Als Kind der 90er noch immer Bayer Uerdingen! Früher der Underdog in der Bundesliga nun einer von den eher reichen Clubs der 3. Liga. Na so ganz stimmt die Aussage ja auch nicht. Sagen wir ein nettes Spielzeug von Mikhail Ponomarev einem Unternehmer aus Russland. Aber dazu kommen wir später nochmals. Fangen wir beim KFC mal ganz von vorn an.

Gründung

Der Verein wurde 1905 als FC Uerdingen 05 gegründet und schloss sich dem Westdeutschen Fussballverband an. Bereits zu Beginn der 1920er wurde der Verein erstklassig und gewann 1920 die Meisterschaft. Jedoch zum Ende der 1920er ging es hinunter bis und die Bezirksklasse. Während des Krieges bildete man eine Kriegsspielgemeinschaft mit dem VfB Uerdingen “KSG Uerdingen”. Nach dem Krieg schloss man sich zur Spielvereinigung 05/10 Uerdingen zusammen.Nach nur drei Jahren spaltetete sich 1948 der VfB Uerdingen wieder ab. Der FC Uerdingen 05 schloss sich 5 Jahre später mit der Bayer Werkself zusammen und der FC Bayer Uerdingen 05 war geboren.

Erfolg

Jetzt ging es sportlich wieder bergauf. Nach mehrfachen Aufstiegen gelangte man im Jahr 1971 in die damals zweitklassige Regionalliga West. m Profifußball der Regionalliga West konnte Bayer 05 mithalten und wurde dank guter Platzierungen in den Jahren 1971 bis 1974 (Siebter, Dritter, Dritter) in die neu geschaffene 2. Bundesliga Nord aufgenommen. In der Saison 1974/75 wurde man Zweiter und konnte sich in den Aufstiegsspielen gegen den Zweiten aus dem Süden, den FK Pirmasens, durchsetzen.

Nach nur einem Jahr ging es sofort wieder in die 2. Bundesliga. 1979 wurde aber wieder der Aufstieg in die Bundesliga geschafft, welche man 1981 wieder verlassen musste. 1983 gelang erneut der Aufstieg und nun begann die erfolgreichste Zeit der Uerdinger. 1985 gewannen die Uerdinger den DFB-Pokal, indem sie im ersten Endspiel im Berliner Olympiastadion den FC Bayern München mit 2:1 bezwangen. Unvergessen ist das 7:3 gegen Dynamo Dresden im Viertelfinale des folgenden Wettbewerbs im Europapokal der Pokalsieger. Nach einer 0:2-Hinspiel-Niederlage in der DDR und einem 1:3-Pausenstand konnte das Spiel am 19. März 1986 in einer legendären zweiten Spielhälfte durch das sogenannte Wunder von der Grotenburg noch gedreht werden. Statt der notwendigen fünf Tore wurden in der zweiten Halbzeit sogar sechs Treffer erzielt. Mehr als 200 Journalisten, Spieler und Trainer wählten diese deutsch-deutsche Begegnung im Januar 2007 bei einer Umfrage des Magazins 11 Freunde zum größten Fußballspiel aller Zeiten. In der Bundesliga schaffte man sogar einen achtbaren dritten Platz.

Machen wir jetzt aber mal einen Zeitsprung.

Trennung von der Bayer AG

Am Ende der Saison 1994/95 trennte sich die Bayer AG trotz Klassenerhalt in der Bundesliga von den Uerdingen. Die Umbenennung in KFC Uerdingen wurde vollzogen. Der Verein kam in finanzielle Schwierigkeiten und stieg 1996 in die 2. Bundesliga ab. 1999 ging es in die Drittklassigkeit, diese konnte trotz erheblichen Geldproblemen bis zum Jahr 2005 gehalten werden. Jedoch wurde dem Verein wegen Verstoßes gegen Lizenzauflagen  am 25. Mai 2005 die Lizenz für die zu diesem Zeitpunkt noch laufende, sportlich durchaus erfolgreiche Saison entzogen. Dies bedeutete den Abstieg in die viertklassige Oberliga Nordrhein. Doch damit war der Absturz noch nicht am Ende! in der Saison 2008/09 musste man sogar nach einem erneuten Abstieg in der sechstklassigen Niederrheinliga antreten. Noch ein Zeitsprung ……..

2016 Michail Ponomarew übernimmt das Ruder

Neue Besen kehren gut! Der Investor übernimmt das Ruder und ein Jahr später wird die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung in die KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH vollzogen. m Februar 2018 übernahm Ponomarew über die KFC Uerdingen Entertainment GmbH etwa 97,5 Prozent der Fußball GmbH. Die übrigen 2,5 Prozent hält der e. V., der zur Wahrung der 50+1-Regel jedoch die Stimmenmehrheit in der Fußball GmbH besitzt. Da Ponomarew auch Präsident des e. V. ist, wird die Fußball GmbH seither faktisch von ihm kontrolliert. Und der Präsident kann nun machen was er will.

2017 gelang dem KFC wieder der Aufstieg in die Regionalliga (2013 bis 2015 spielte man ebenfalls dort) und Ponomarew kauft nun ein! Der Hallenser Christopher Schorch, Christian Müller oder Maxi Beister werden verpflichtet. Am Ende der Saison holte man sich die Meisterschaft in der Regionalliga und in der Qualifikation zur 3. Liga wurde Waldhof Mannheim besiegt.

3.Liga

Für den Präsidenten ist diese Liga weiterhin nur ein Zwischenstation und man versuchte in der letzten Saison alles um den direkten Durchmarsch zu vollziehen. Statt einen homogenen Kader vom Trainer zusammenstellen zu lassen, kaufte der Russe wild drauf los. So wurde Kevin Großkreutz, Osayamen Osawe, Stefan Aigner oder Adriano Grimaldi verpflichtet. Jedoch reichte es am Ende der Saison nur zu Platz 11 und der übermächtige Ponomarew war alles andere als zufrieden. Und somit wurde auch in diesem Sommer fleißig eingekauft.

Transfers Sommer 2019

Für das Tor wurde aus Haching der in Halle bekannte Lukas Königshofer verpflichtet. Für das Mittelfeld Ex-Bundesligaspieler Jan Kirchhoff welcher wohl der bekannteste Neuzugang ist. Auf der anderen Seite verließen mehrere Spieler den Verein unteranderem Maxi Beister und Christopher Schorch.

Zugänge

Spieler Alter Nat. Abgebender Verein Ablöse
Selim Gündüz
Rechtes Mittelfeld
25 Deutschland
Türkei
SV Darmstadt 98
Deutschland2. Bundesliga
Christian Kinsombi
Linksaußen
19 Deutschland
DR Kongo
1.FSV Mainz 05 II
DeutschlandRegionalliga Südwest
Lukas Königshofer
Torwart
30 Österreich
SpVgg Unterhaching
Deutschland3. Liga
Philipp Bachmeier
Torwart
20 Deutschland
FC Ingolstadt 04 II
DeutschlandBayernliga Süd
Tobias Rühle
Hängende Spitze
28 Deutschland
Preußen Münster
Deutschland3. Liga
Jan Kirchhoff
Defensives Mittelfeld
28 Deutschland
1.FC Magdeburg
Deutschland3. Liga
Franck Evina
Linksaußen
18 Kamerun
Deutschland
FC Bayern München II
Deutschland3. Liga
Andreas Maxsö
Innenverteidiger
25 Dänemark
FC Zürich
SchweizSuper League
Jean Manuel Mbom
Zentrales Mittelfeld
19 Deutschland
Kamerun
SV Werder Bremen
Deutschland1. Bundesliga
Hakim Guenouche
Linker Verteidiger
19 Frankreich
FC Zürich
SchweizSuper League

Abgänge

Spieler Alter Nat. Aufnehmender Verein Ablöse
Maximilian Beister
Rechtsaußen
28 Deutschland
FC Ingolstadt 04
Deutschland3. Liga
Robin Benz
Torwart
23 Deutschland
Bonner SC
DeutschlandRegionalliga West
Connor Krempicki
Zentrales Mittelfeld
24 Deutschland
MSV Duisburg
Deutschland3. Liga
Christopher Schorch
Innenverteidiger
30 Deutschland
1.FC Saarbrücken
DeutschlandRegionalliga Südwest
Jan Holldack
Defensives Mittelfeld
23 Deutschland
Bonner SC
DeutschlandRegionalliga West
Dennis Chessa
Linker Verteidiger
26 Deutschland
Unbekannt
Mario Erb
Innenverteidiger
29 Deutschland
Türkgücü München
DeutschlandRegionalliga Bayern
Johannes Dörfler
Rechtsaußen
22 Deutschland
SC Paderborn 07
Deutschland1. Bundesliga
Tim Schneider
Torwart
21 Deutschland
Unbekannt
Oguzhan Kefkir
Linksaußen
27 Deutschland
Türkei
Rot-Weiss Essen
DeutschlandRegionalliga West
Samed Yesil
Mittelstürmer
25 Deutschland
Türkei
Vereinslos
Maurice Litka
Offensives Mittelfeld
23 Deutschland
FC St. Pauli
Deutschland2. Bundesliga

Aussichten

Der Verein gehört sicherlich zu den Favoriten der Liga. Wenn sich der übermächtige Präsident aus dem Bereich des Trainers heraushält und die Zeit bekommt eine Mannschaft zu Formen. Ein großes Manko ist sicherlich, dass der Verein nur Auswärtsspiele hat. Die heimische Grotenburg wird noch umgebaut und nach dem Exil in Duisburg, spielen die Uerdinger nun in Düsseldorf. Sollte die Mannschaft aber nicht schnell in Tritt kommen wird es sicherlich sehr unruhig im Verein. Und der Präsident wird seinen Daumen senken und der Kopf des Trainers wird rollen. Oder gar ganz die Lust an seinem Spielzeug verlieren?

Für den Halleschen FC wird dieses Spiel ein echter Gradmesser bereits am Anfang. Zwei Mannschaften die zu den Aufstiegsanwärtern gehören. Ob unsere Jungs für den großen Schritt bereit sind wird sich bereits hier zeigen.


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