HFC nutzt Standardstärke und besiegt Zwickau klar
Der Hallesche FC bleibt das Maß der Dinge in der Regionalliga Nordost. Gegen den FSV Zwickau setzten sich die Saalestädter vor 8.300 Zuschauern mit 3:0 durch und feierten damit den achten Sieg nacheinander. In einer zunächst intensiven, später einseitigen Partie legte der HFC den Grundstein erneut mit seiner enormen Standardqualität – und ließ den Gästen aus Westsachsen am Ende keine Chance.
Schon vor dem Anpfiff war die Kulisse eines Spitzenspiels würdig. Auf den Rängen sorgten die Heimfans mit einer rot-weißen Choreo unter dem Motto „In stürmischen Zeiten entfacht der Wind das Feuer“ für Gänsehaut, auf dem Platz zeigte Halle anschließend genau die Entschlossenheit, die eine Spitzenmannschaft auszeichnet.
Dabei begann die Partie durchaus offen. Halle suchte sofort den Weg nach vorn, Zwickau setzte erste Nadelstiche und hatte früh erkennbar vor, mutig mitzuspielen. Schon in der 2. Minute wurde es nach einer Kulke-Ecke gefährlich, als Fakhro am kurzen Pfosten nur das Außennetz traf. Wenig später köpfte der Libanese nach einer Hartmann-Flanke über das Tor (9.). Auf der anderen Seite meldete sich auch Zwickau an: Dobruna setzte einen Kopfball auf das Tornetz (11.), Martens bereitete mit einer scharfen Hereingabe weitere Gefahr vor (15.).
Doch Halle wirkte strukturierter, wacher in den Zweikämpfen und zielstrebiger in den Abläufen. Vor allem Kulke rückte früh in den Mittelpunkt. Nachdem Hartmann in der 22. Minute das 2:0 noch knapp verpasst hatte, schlug der HFC nach 19 Minuten erstmals zu: Stierlin war gefoult worden, Kulke brachte den Freistoß aus dem linken Halbfeld präzise hinein – und Löhmannsröben sagte Danke. Die Gastgeber führten 1:0 und hatten damit genau das Spiel, das sie wollten.
Zwickau hatte durchaus Momente, in denen der Ausgleich möglich gewesen wäre. Nach einem haarsträubenden Fehlpass von Zaruba bot sich Eixler die große Gelegenheit, entschied sich aber eigensinnig für den Abschluss statt für den besser postierten Mitspieler – Müller parierte (25.). Spätestens da zeigte sich, warum der FSV in der Fremde so oft hinter den Erwartungen zurückbleibt: Gute Ansätze waren da, in den entscheidenden Szenen fehlten Klarheit und Konsequenz.
Halle hingegen blieb gnadenlos effizient. Und wieder war es ein Standard, der Zwickau ins Mark traf. In der 33. Minute segelte eine Kulke-Hereingabe von rechts in den Strafraum, Hiemann faustete im Duell mit Fakhro daneben, und am langen Pfosten stand Stierlin völlig richtig. Sein achtes Saisontor bedeutete das 2:0 – und es war bereits eine Vorentscheidung.
Kurz vor der Pause hätte Zwickau noch einmal herankommen können, ließ aber zwei Hochkaräter liegen. Erst verfehlte Fobassam mit einer brandgefährlichen Aktion nur knapp das Ziel (43.), dann köpfte Martens aus zwei Metern am Tor vorbei – eine Szene, die sinnbildlich für den Auftritt der Gäste stand. Chancen waren da, die Präzision fehlte.
Nach dem Seitenwechsel versuchte der FSV zunächst, Druck aufzubauen. Dobruna war in der 50. Minute plötzlich durch, doch Löhmannsröben klärte im letzten Moment, ehe Müller den Ball noch vor der Linie sichern konnte. Fast im Gegenzug bot sich Halle die nächste Großchance: Eine zu kurze Kopfballrückgabe von Startsev landete bei Kulke, dessen Direktabnahme Hiemann stark entschärfte (53.).
Es war die Phase, in der das Spiel endgültig zu kippen drohte. Zwickau wirkte zwar bemüht, doch jeder Fehler wurde vom HFC sofort bestraft oder zumindest bespielt. Fakhro hatte gleich mehrfach die Chance, auf 3:0 zu stellen, blieb jedoch glücklos. Erst brachte er einen Ball am langen Pfosten nicht aufs Tor (56.), dann konnte er eine Hereingabe freistehend am Fünfmeterraum nicht kontrollieren (58.), später verfehlte er auch per Kopf das Ziel (60., 67.). Es war einer jener Nachmittage, an denen der Stürmer überall auftauchte, aber nicht belohnt wurde.
Dass Halle trotzdem nicht ins Wanken geriet, lag an der reifen Gesamtleistung. Die Defensive stand stabil, das Mittelfeld um Kulke und Stierlin arbeitete konsequent gegen den Ball, und offensiv hatten die Gastgeber stets die besseren Ideen. Als Kulke in der 69. Minute erneut seine Klasse aufblitzen ließ, war die Entscheidung gefallen: Mit einem starken Ball schickte er Hauptmann auf die Reise, der nach innen zog und den Ball unhaltbar ins lange Eck jagte. Ein sehenswertes Tor zum 3:0 – und die endgültige Erlösung für die Hausherren.
Danach verlor die Partie spürbar an Spannung. Halle verwaltete clever, Zwickau wirkte gebrochen. Zwar kamen die Gäste noch zu einer ordentlichen Kopfballchance durch Jacobi, die Müller über die Latte lenkte (81.), doch an der Statik des Spiels änderte das nichts mehr. Der HFC spielte die Partie routiniert herunter und ließ keinen Zweifel daran, wer an diesem Nachmittag die bessere Mannschaft war.
Unterm Strich war es ein hochverdienter Erfolg der Hallenser. Der HFC überzeugte mit Wucht, Struktur und Standardstärke – und zeigte einmal mehr, warum aktuell kein Team in Deutschlands ersten vier Ligen einen besseren Lauf hat. Zwickau hielt phasenweise mit, offenbarte aber in beiden Strafräumen die entscheidenden Defizite. Vor allem die schwache Verteidigung bei ruhenden Bällen brach den Westsachsen das Genick.
Für Halle ist dieser 3:0-Erfolg weit mehr als nur der nächste Dreier. Er ist ein weiteres Ausrufezeichen in einer beeindruckenden Serie – und die Bestätigung, dass diese Mannschaft derzeit mit breiter Brust, klarer Idee und wachsender Souveränität durch die Liga marschiert. Auch wenn der Aufstieg durch die nicht beantragte Lizenz nicht mehr möglich ist.
