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Samstag, 23.05.2026 18:36 Uhr

Vierter Streich in Serie: HFC holt den FSA-Pokal 4:0

Manchmal braucht es genau so einen Nachmittag, um eine durchwachsene Saison zu vergolden. Im Leuna-Chemie-Stadion machte der Hallesche FC am Sonntag kurzen Prozess mit Germania Halberstadt, gewann das Finale um den FSA-Pokal mit 4:0 und sicherte sich damit nicht nur den vierten Landespokal in Folge, sondern auch das so wichtige Ticket für den DFB-Pokal 2026/27. 5.665 Zuschauer sahen eine Partie, die nach 22 Minuten bereits entschieden war.

Trainer und Mannschaft hatten das Motto offenbar verinnerlicht: keine Experimente, kein Abwarten, sondern von der ersten Minute an Tempo. Bereits in der vierten Minute schepperte es das erste Mal. Boateng leistete sich an der linken Seitenlinie ein Foul an Hauptmann, Tom Kulke trat zum Freistoß an – und der HFC-Standardspezialist legte den Ball so scharf in den Fünfer, dass Halili nur noch einnicken musste. Rust hatte den Innenverteidiger sträflich aus den Augen verloren. Es war der perfekte Start, und es war erst der Anfang.

Was danach folgte, war über weite Strecken eine Demonstration. Halberstadt, in der Oberliga zuletzt mit nur einem Punkt aus sechs Spielen schwer in der Krise, kam überhaupt nicht zurecht mit dem Pressing der Rot-Weißen. In der 14. Minute schickte Sven Müller den startenden Baro mit einem präzisen Abschlag auf die Reise, Vinicius unterlief den Ball völlig, und der HFC-Stürmer behielt cool die Übersicht und hob die Kugel technisch fein über den herauseilenden Cichos hinweg ins Netz. Dass Baro, der in dieser Saison nicht immer den einfachsten Stand hatte, ausgerechnet im Finale mit so einer Aktion glänzte, passte ins Bild eines Tages, an dem beim HFC schlicht alles funktionierte.

Dann kam Wosz. Der Mittelfeldspieler, in der Liga oft Edeljoker, zeigte in Halberstadt, was in ihm steckt. In der 20. Minute zirkelte er den Ball nach einem missglückten Befreiungsschlag der Germania mit dem rechten Außenrist von halblinks ins kurze Eck – Kunstschuss ist da fast noch untertrieben. Zwei Minuten später legte er nach: Querpass von rechts, Drehung, Vinicius abgeschüttelt, flach ins lange Eck. 4:0 nach 22 Minuten. Das Leuna-Chemie-Stadion stand kopf, auf der Bank dürfte HFC-Trainer Mark Zimmermann innerlich schon den Pokal gehoben haben.

Halberstadts Trainer Manuel Rost holte seine Spieler in der Trinkpause der 24. Minute in den Kreis, gestikulierte, redete ein. Doch was sollte er auch sagen? Sein Team war fußballerisch nicht auf Augenhöhe, lief einem 4:0 hinterher und musste froh sein, dass der HFC nach der Pause einen Gang zurückschaltete. Halili köpfte in der 29. Minute noch an die Latte, danach beruhigte sich das Spiel zumindest optisch.

Eine Schrecksekunde gab es dann doch noch: In der 50. Minute pfiff Schiedsrichter Goroncy nach einem langen Einwurf von Hackethal Handspiel von Kapitän Niklas Landgraf im Strafraum. Elfmeter Halberstadt. Hackethal trat an, doch Müller flog blitzschnell in sein rechtes Eck und parierte stark – eine der schönsten Aktionen aus HFC-Sicht, weil sie Müllers Wert auch in entspannten Phasen unterstrich. Den Nachschuss von Klaschka holte er ebenfalls aus dem Winkel. Doppelpacker auf der Linie, könnte man sagen.

In der zweiten Halbzeit verwaltete der HFC den Vorsprung professionell. Malek Fakhro kam in der 64. Minute für Stierlin – seine letzten Minuten im rot-weißen Trikot, wie inzwischen bekannt ist. Auch Damelang, Polat, Zaruba und der Vorjahres-Matchwinner Lorenz durften noch mitwirken. Halberstadt blieb bemüht, kassierte aber in der 68. Minute auch noch die Gelb-Rote für Grzega, nachdem Rust kurz zuvor Fakhro umgesenst hatte. Spätestens da war es nur noch eine Frage des Schlusspfiffs.

Goroncy beendete die Partie nach einer Minute Nachspielzeit, während Damelang noch an der Außenlinie behandelt wurde. Es war ein Schlusspfiff mit Erleichterung und Genugtuung zugleich. Erleichterung, weil eine Regionalliga-Saison auf Rang vier – neun Punkte hinter Lok Leipzig – einfach nicht das war, was man sich beim Traditionsverein vorgestellt hatte. Genugtuung, weil der HFC dem Saisonende noch einen Stempel aufgedrückt hat, der zählt: 13. FSA-Pokalsieg insgesamt, vierter in Serie, und die DFB-Pokal-Auslosung im Sommer wartet schon.

Aus der Kurve betrachtet war das ein Nachmittag, wie man ihn sich gewünscht hat. Keine Zitterpartie, keine Verlängerung, kein Elfmeterschießen. Stattdessen ein souveräner Auftritt einer Mannschaft, die in der Liga über weite Strecken nicht das Maximum abgerufen hat, im Pokal aber wieder einmal zeigte, warum dieser Wettbewerb dem HFC in den letzten Jahren so liegt. Lukas Wosz war der Mann des Spiels, keine Frage. Aber gewonnen hat den Pott die ganze Mannschaft – und das Trainerteam, das offenbar die richtigen Worte für ein Endspiel gefunden hatte.

Jetzt heißt es: Sommerpause, Kaderplanung, Vorbereitung. Und im August dann die erste Runde im DFB-Pokal. Ein großer Name wäre schön, eine volle Hütte sowieso. Den Anspruch hat sich der HFC mit diesem 4:0 redlich verdient.